Seit ich Mutter bin, denke ich anders über die Zukunft nach. Ich frage mich, in welcher Welt mein Sohn aufwachsen wird, welche Erfahrungen ihn erwarten und was ihm Halt geben kann, wenn ich nicht an seiner Seite bin. Je mehr ich darüber nachdenke, desto deutlicher wird mir, wie wenig wir von dem kontrollieren können, was vor uns liegt.
In Unseen gibt es kaum Ruhe. Bewegungen überlagern sich, Farben treffen aufeinander, verdichten sich und lassen nur wenig freien Raum. Rot, das sich als Spur von Liebe und Verbundenheit durch meine Serie zieht, nimmt hier erstmals fast die gesamte Bildfläche ein.
Mich beschäftigt, wie leicht wir zwischen all unseren Sorgen, Ängsten und den Anforderungen des Lebens das aus dem Blick verlieren, was uns eigentlich trägt.
Liebe, Freundschaft, Nähe, das Gefühl, einem anderen Menschen wichtig zu sein – nichts davon ist greifbar oder jederzeit bewusst wahrnehmbar. Und doch können solche Verbindungen tiefe Spuren hinterlassen und in uns weiterwirken, selbst wenn die Menschen, mit denen wir sie teilen, nicht mehr in unserer Nähe sind.
Die Unsicherheit verschwindet dadurch nicht. Aber sie ist nicht alles, was da ist.