
Über mich
Oxana Morasch
Ich bin eine in Berlin lebende zeitgenössische Künstlerin. In meiner Arbeit beschäftige ich mich mit Übergängen und innerer Bewegung – mit Momenten, in denen Erfahrungen, Gefühle oder andere Menschen unseren Blick verändern und etwas Vertrautes ins Wanken gerät, bevor das Neue überhaupt klar ist.
Ich habe Audiovisuelle Medien studiert und viele Jahre mit Fotografie, Bewegtbild und visuellem Erzählen gearbeitet. Diese Erfahrung prägt bis heute meinen Blick auf Komposition, Rhythmus und emotionale Bildsprache.
Artist Statement
Mich interessieren die Momente, in denen wir nicht mehr dieselben sind und noch nicht wissen, wer wir werden. Meine Bilder entstehen aus persönlichen Erfahrungen, ohne sie wörtlich abzubilden. Liebe und Erschöpfung, Nähe und das Bedürfnis nach Freiheit, Verlust und Verbundenheit können darin gleichzeitig wahr sein.
Mit der Geburt meines Sohnes wurden diese Fragen radikal dringlicher. Mein Blick auf mich selbst, meine Kindheit, meine Mutter und die Verbindung zwischen Generationen verschob sich. In meiner gegenwärtigen Serie gehe ich diesen Fragen aus der Erfahrung von Mutterschaft heraus nach – doch für mich reichen sie weit darüber hinaus.
Dabei interessiert mich auch, wodurch etwas in uns in Bewegung gerät. Manchmal sind es Ereignisse, manchmal Gefühle oder andere Menschen. Wir beginnen, unsere eigenen Entscheidungen anders zu sehen, fragen uns nach den Motiven anderer und verstehen manches erst Jahre später oder aus einer neuen eigenen Erfahrung heraus. Nicht alles beginnt mit einer bewussten Entscheidung. Oft merken wir erst im Rückblick, dass sich längst etwas in uns verschoben hat.
Diese innere Bewegung findet sich auch in meiner Malerei. Ich arbeite mit Acryl und Mixed Media, baue Schichten auf, überlagere sie und lege Bereiche wieder frei. Linien wechseln ihre Richtung, Formen kreisen, Spuren treten hervor und verschwinden wieder. Für mich ähnelt das der Art, wie Erlebtes und Erinnerungen in uns weiterwirken: Sie bleiben nicht unverändert, gehen aber auch nicht einfach verloren.
Ocker- und Brauntöne bilden in meinen Arbeiten den gewachsenen Grund – Herkunft, Erinnerung und all das, was einen Menschen bereits geprägt hat. Blau tritt in diesen Grund ein wie etwas Neues, das auf das Vorhandene trifft und selbst davon beeinflusst wird. Wo sich die Farben begegnen, bleibt keine Seite ganz dieselbe. Die rote Spur steht für mich für Liebe: für etwas, das trotz aller Verschiebungen Verbindung bewahren kann.
Ich möchte nicht festlegen, was jemand vor einem Bild empfinden soll. Ich bringe meine eigene Geschichte in die Arbeit ein, aber sie soll dort nicht enden. Das Bild soll genug von mir enthalten, um wahr zu sein – und genug Raum für eine andere Geschichte.
Berlin, DeutschlandKontakt
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